Kunst- und Förderpreis der Stadt vergeben

Am Freitag vergangener Woche gab Kulturbürgermeister Ralf Lunau die diesjährigen Preisträger von Kunst- und Förderpreis der Landeshauptstadt bekannt: Den Kunstpreis der Stadt Dresden erhält 2013 die Schauspielerin Ursula Geyer-Hopfe, welche die Dresdner Theaterszene langjährig begleitet hat und für ihr Lebenswerk an Dresdner Bühnen – unter Anderem 36 Jahre am Theater Junge Generation – ausgezeichnet wird. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle! (Mehr über Ursula Geyer-Hopfe auch in einem Porträt bei sz-online).

Den diesjährigen Förderpreis erhält der friedrichstadtZentral e.V., der aus einem Offspace für Kunst und Kultur heraus seit etlichen Jahren mit Musik, Aktions- und Performancekunst Impulse für die junge, unangepasste Kunstszene in Dresden setzt. In der entsprechenden Pressemitteilung würdigt die Jury den Verein als „eine Künstlervereinigung […], deren vernetzende Aktivitäten den Austausch zwischen Kultur und Stadtleben befördern und die mit innovativen Projekten maßgeblich zu einer lebendigen Kunstszene beiträgt„. Wir gratulieren beiden Preisträgern auf das Herzlichste!

Unser eigener Kandidat: Der Werk.Stadt.Laden

Im Herbst vergangenen Jahres hatte Wir gestalten Dresden nach einem eigenen Kandidaten gesucht, der den Förderpreis der Landeshauptstadt verdient hätte.

 

Nach  mehrstufigem Auswahlverfahren hatte der Verband den Werk.Stadt.Laden in Dresden-Löbtau zum offiziellen Kandidaten gekürt und als Vorschlag beim zuständigen Amt für Kultur und Denkmalschutz eingereicht. Matthias Röder vom Werk.Stadt.Laden blickt zurück und kommentiert die Auszeichnung des friedrichstadtZentral:

„Die Nominierung zum Förderpreis-Kandidaten des WGD war schon eine echte Überraschung. Niemand von hatte bei dem Aufgebot an kreativen, guten und wichtigen Projekten wirklich daran geglaubt, als erste Wahl aus dem Public Voting zu gehen. So rückblickend vermute ich, die Entscheidung des Publikums war eine solidarische, eine Anerkennung der bis dato wenig wahrgenommenen Leistungen des Werk.Stadt.Laden. und der Versuch, uns mit Hilfe der Nominierung aus dem blinden Fleck der Öffentlichkeit zu holen – das hat auch ganz gut funktioniert – Danke nochmal! Es freut mich nun zu sehen, dass die Jury des Förderpreises anscheinend aus ganz ähnlichen Gründen den Gewinner des Preises wählte und damit den Versuch unternimmt, das friedrichstadtZentral aus dem blinden Fleck politischer Entscheidungsgremien zu holen. Sowas kann der Werk.Stadt.Laden. nur für gut befinden und wir gratulieren all den engagierten Personen hinter dem friedrichstadtZentral!“

Unser Kandidat konnte sich damit leider nicht gegen die acht Mitbewerber durchsetzen. Wir gestalten Dresden dankt an dieser Stelle noch einmal allen Beteiligten, die unsere Public-Voting-Aktion unterstützt haben sowie allen Kandidaten, die mit uns einen ganz besonderen Abend möglich gemacht haben! Wir sind uns sicher, dass die Aktion bei vielen Initiativen zur weiteren Vernetzung beigetragen hat und helfen konnte, die reichhaltige Dresdner Landschaft von spannenden Projekten besser sichtbar zu machen. Eindrücke vom Public Voting und alle Informationen zum vorangegangenen Auswahlverfahren finden Sie hier auf unseren Projektseiten.

friedrichstadtZentral: Eine leider bedrohte Oase

Das friedrichstadtZentral ist eine ehemalige Buchbinderei in der Dresdner Friedrichstadt, die heute von Kulturschaffenden, Tänzern, Musikern, Architekten, Geisteswissenschaftlern, Filmemachern, Licht- und Sounddesignern und anderen Künstlern als Atelier und Arbeitsstätte genutzt wird.

Das friedrichstadtZentral 2010: Illumierte Industriearchitektur im Rahmen einer Kunstaktion.

So ist das friedrichstadtZentral seit 2006 zu einer Kulturstätte geworden, in der Performances, Konzerte und Diskussionsrunden regelmäßiger stattfinden. Nikola Basler vom friedrichstadtZentral e.V. schreibt zur Verleihung des Förderpreises:

„Wir danken der Jury und freuen uns, dass die Stadt Dresden einer Initiative Anerkennung ausspricht, die jenseits der traditionellen Institutionen tätig ist. In diesem Sinne verstehen wir den Preis als Bestätigung für alle so genannten Offspaces, die in Dresden Freiraum für Kunst und Kultur schaffen.“
Im Fall des friedrichstadtZentral wird die Auszeichnung von einer bitteren möglichen Zukunftsaussicht begleitet: Die alte Buchbinderei, in welcher der Verein Zuhause und Spielstätte zugleich findet, wird ab Sommer diesen Jahres – nach Eigentümerwechsel in die Hände einer Investmentgesellschaft – saniert und umgebaut. Die Suche nach einer Lösung zur Übernahme des Hauses durch den Verein war erfolglos geblieben, entsprechende Kündigungen wurden bereits zugestellt. Aktuell aber wird fieberhaft an einer alternativen Lösung gearbeitet:
„Der Förderpreis der Stadt Dresden versteht sich als Zukunftspreis. Diese Richtungsvorgabe nehmen wir gerne an: Wir arbeiten daran, an anderer Stelle einen neuen Ort zu schaffen, der, wie von Kulturbürgermeister Lunau beschrieben, ‚Ausgangspunkt zahlreicher kultureller Aktivitäten ist‘ und durch Vernetzung und günstigen Raum weiterhin spartenübergreifende Kunstprojekte ermöglicht. Unterstützung für dieses Vorhaben ist jederzeit willkommen. Da die geplante Größe des neuen Projekts mit einem erheblichen finanziellen Aufwand einhergeht, freuen wir uns insbesondere über Spenden in jeder Höhe.“

In einer Anlage zur Pressemitteilung der Stadt findet sich zur Prämierung auch eine ausführliche Begründung durch die Jury (PDF) Oberbürgermeisterin Helma Orosz wird die Ehrung am Sonnabend, 16. März 2013, persönlich vornehmen. Als Laudator für den friedrichstadtZentral e.V. wird mit Ralph Hammerthaler ein renommierter Journalist und Autor sowie ehemaliger Dresdner Stadtschreiber und Freund des Hauses auf dem Podium stehen. Der Preis ist mit 5.000 Euro Preisgeld dotiert.

www.werkstadtladen.de  | www.friedrichstadtzentral.de

 

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