Nachgefragt: WGD GestalterIn des Monats

Nachgefragt: Wir gestalten Dresden – Gestalter_In des Monats

Illustration. Design. KinderKunstProjekte.

Dresden hat als Kreativstadt viel zu bieten: Junge Startups, neue Kreativräume und Lust auf mehr. Für viele präsentiert sich Dresdens Kreativpotenzial allerdings erst auf den zweiten Blick. Wir wollen Dresdens kreative Szene in all ihren Facetten zeigen – denn hier gibt es mehr zu entdecken als Frauenkirche und Striezelmarkt!

Nachgefragt! im März: Viola Lippmann

In unserer Portraitreihe Nachgefragt! lassen wir die Menschen zu Wort kommen, die Dresdens Kultur- und Kreativszene einzigartig machen. Mit zehn Fragen und einem Selfie #atwork wagen wir den Blick hinter die Kulissen. Wir wollen wissen, wer Dresdens Querdenker und Ideengeber sind, warum ihr Herz für Dresden schlägt und wie sie sich selbst und ihre Arbeit sehen. Was braucht man um als Kreativschaffender Erfolg zu haben? Und was sollte in Dresden zukünftig anders laufen?

Was es bedeutet den Mut zu haben sich auszuprobieren, wie Kinder die Welt zu einem kreativen Ort machen und warum wir immer wieder über den eigenen Tellerrand schauen müssen – wir haben wieder Nachgefragt!

Mit uns im Gespräch: Viola Lippmann, Illustratorin

Selfie-Viola-LippmannViola Lippmann ist Diplom-Produktdesignerin mit einer großen Leidenschaft für Illustration und Character Design. Seitdem sie 2010 ihr Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule in Halle abgeschlossen hat, ist sie gestalterisch tätig und entwickelt dabei auch Projekte in der kulturellen Bildung für Kinder. Im Moment arbeitet sie mit Tape auf ein paar Wänden bei neonworx. Seit 2012 lebt und arbeitet sie in Dresden.

 

logo_Viola_Lippmann

Dein Geschäftskonzept in 140 Zeichen: Ich arbeitet vor allem als Illustrator, entwickle Spielzeug
und spartenübergreifende Kreativprojekte für Kinder & Jugendliche.

 

Welcher Gegenstand ist aus deinem Arbeitsumfeld nicht wegzudenken?
Mein Rechner – da ich viel unterwegs bin hab‘ ich ihn, einen Stift, ein Skizzenbuch und eine Kamera immer dabei. In meinem Arbeitsraum brauche ich aber auch meine Bücher, Zeichnungen an der Wand und lustige Kleinigkeiten von unterwegs zum Wohlfühlen.

Wenn ich anderen erkläre, was ich beruflich mache, dann …
… bin ich Illustratorin und dabei in vielen Bereichen von der Gestaltung von Spielzeug zu Büchern zu Räumen und Kleidung aktiv. Meine Figuren bevölkern Wände und Postkarten oder sind auf Taschen und Möbeln unterwegs. Wenn dann noch Zeit ist, erwähne ich, dass ich meine Begeisterung fürs Gestalten auch weitergebe und Kreativprojekte für Kinder entwickle. Da Bilder meist mehr sagen als Worte, verweise ich auf meine Seite und überreiche mein Kärtchen.

Um in meiner Branche Erfolg zu haben, braucht man …
… ein großes Netzwerk, Auftraggeber mit Begeisterung, ganz viel Optimismus und Ausdauer und das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Verhandlungsgeschick!

Man muss immer wieder über den eigenen Tellerrand schauen und – ganz wichtig – mit offenen Augen und Neugier durchs Leben gehen.

Reach to the stars: Wo siehst du dich in 5 Jahren? In 5 Jahren bin ich so gut vernetzt, dass ich meine Ideen für KinderKunstProjekte mit den verschiedenen Partnern einfacher umsetzen kann, da auf allen Seiten der Wert zur Kooperation und spartenübergreifendem Arbeiten erkannt wurde. Als Illustrator wünsche ich mir, dass meine Figuren unterwegs sind und sich auf vielen weiteren Wände, Produkten und in Büchern ausbreiten und ich somit Teil vieler spannender Projekte bin. Die Herstellung meiner Spielzeuge im Erzgebirge läuft. In Dresden arbeite ich auf einem Gelände inmitten von Kollegen, Werkstätten, Ateliers,… Ein Treffpunkt für Dresdner, Zurückkehrer und Besucher, an dem man sich ausprobieren und begegnen kann. Eine Schnittstelle für Schulen, Kitas, Gestalter, Handwerker, Schauspieler, Tänzer,… Ein Freiraum für alle.


Wenn du in Dresden eine Sache verändern könntest, dann
… würde ich jeder Kita eine Partnerschaft mit Kreativen ermöglichen und ganz sicher nicht an Personal sparen. Die Kita ist ein Ort voller Kinder, die erfinden, bauen und gefördert werden wollen. Der Mut sich auszuprobieren und die Begeisterung zum Gestalten beginnen hier.

In diesem Zusammenhang würde ich mir auch mehr Respekt für die Arbeit von Kreativen wünschen. In Deutschland ist es nicht einfach den Wert einer Arbeit zu vermitteln, der nicht sofort am Umsatz oder Verkaufszahlen gemessen werden kann.

Wo ist Dresden am kreativsten?
Da gibt es viele Orte und ich entdecke immer mehr davon. Ich habe das Gefühl, dass einiges passiert und viele engagierte Menschen Ideen zusammen umsetzen. Am kreativsten ist die Welt für mich da, wo Kindern sich etwas einfallen lassen – sie zum Beispiel aus einem Berg von gesammelten Materialien neue Wesen erschaffen, Geschichten erfinden und keine Angst haben etwas falsch zu machen. Da wo sie ohne Plan einfach durchs probieren etwas Eigenes schaffen. Die Energie in diesem kreativen Chaos ist ein Erlebnis, das ich in meinen Projekten in Kitas immer wieder erlebe. Hier gibt es unfassbar viel Begeisterung, Offenheit und Kreativität, die ansteckend ist. Übrigens der Grund, warum Kitas mit Kreativen arbeiten sollten! ;-)

Welches Klischee über deine Branche nervt dich am meisten?
Klischee? Weiß nicht. Was mich branchenübergreifend nervt ist Verschwendung, copycats, die Hotlines der großen Konzerne (ich nenne mal keine Namen), T-Shirts, die zwei Euro kosten, kopfloser Konsum, dass made in Germany kaum noch irgendwo draufsteht, hellblau für Jungs und rosa für Mädchen, Geiz ist geil, …

Und was leider nur die wenigsten wissen:
Kinder brauchen keine Kisten voller Spielzeug oder einen Fernseher im Zimmer. Sie brauchen Zeit und jemanden, der sich die Zeit nimmt sich mit ihnen zu beschäftigen.

Dein Mantra?
Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

 

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