Pressemitteilung: Zukunftspotenziale überregional fördern: Erste Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen

Gemeinsame Pressemitteilung von Wir gestalten Dresden und dem Leipziger Verein Kreatives Leipzig

Am Donnerstag, 7. Juni 2012, trafen sich Vertreter der sächsischen Politik und Verwaltung mit Akteuren zur ersten Impulskonferenz der Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen. Eingeladen hatte das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes. 150 Teilnehmer finden den Weg in den voll besetzten Riemerschmid-Saal des GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau in Dresden.

Eine hochkarätige Teilnehmerliste bestätigt die aktuelle Relevanz des Themas für den Freistaat: In keinem anderen Wirtschaftszweig finden sich vergleichbare Wachstumszahlen bei Beschäftigten und Umsätzen; sachsenweit stellt die Kulturund Kreativwirtschaft nach dem Maschinenbau den zweitgrößten Beschäftigungssektor.

So steht Harm Wurthmann, Leiter des Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes, im Einklang mit Dr. Bernd Rohde, Abteilungsleiter Grundsatz im Sächsischen Staatministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, wenn beide in ihren Plädoyers die hohe Relevanz der Wirtschaftszweige für die wirtschaftliche Gesamtentwicklung und insbesondere die Innovationsfähigkeit der sächsischen Wirtschaft herausstellen.

In zwei Panels werden zum Einen aktuelle Situation und Entwicklungsaussichten der Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen umfassend dargestellt, zum Anderen die Frage der regionalen Vernetzung, auf Akteursebene ein Kernmerkmal der Branchen, beleuchtet. Agnes Schipanski, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Handelshochschule Leipzig, plädiert dafür, dem Aspekt der hybriden Wertschöpfung mehr Augenmerk zu schenken: Immer häufiger würden Produkte vielfach erst durch die Einbindung von Kreativdienstleistern marktfähig – ein Aspekt, durch den Akteure der Kreativwirtschaft immer mehr zu maßgeblichen Triebfedern in allen Wirtschaftsfeldern werden. Beispiele finden sich hier sowohl bei der Gestaltung und Vermarktung klassischer Handelsprodukte, als auch bei der Entwicklung innovativer Softwarelösungen.

In diesem Sinne plädiert auch Dr. Bernd Rohde vom Staatsministerium für eine Erweiterung des Innovationsbegriffs, welche in den Förderrichtlinien des Freistaats bereits Beachtung finde, so Rohde.

Claudius Nießen vom Deutschen Literaturinstitut Leipzig würdigt insbesondere die Arbeit der Bundesinitiative, welche die Branchen auch mit einer gemeinsamen Regionalbeauftragten für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt unterstützt, bekräftigt jedoch seine Forderung nach einer effektiven Weiterführung dieses Engagements auf Ebene der Kommunen.Vorstandsmitglieder der Branchenverbände „Kreatives Leipzig“ und „Wir gestalten Dresden“ schildern eindrücklich und an konkreten Beispielen, wo die Potentiale der Branche liegen und welche Möglichkeiten der Förderung auf kommunaler und landespolitischer Ebene gesehen werden.

Heike Lutoschka vom Amt für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt kann hier ihrerseits darlegen, dass man in Dresden aktuell konkrete Schritte plant und dabei sehr vom kooperativen Engagement des lokalen Branchenverbands profitiert.
Die vielfältigen Tätigkeitsbereiche der Unternehmen in der Kultur- und Kreativwirtschaft wird den Teilnehmern aus Politik und Verwaltung in einem „Kreativ-Parcours“ bereits vor Beginn der Veranstaltung von Akteuren selbst anschaulich demonstriert: Die Teilnehmer der Tagung konnten sich so auch den eher verborgen agierenden kreativen Dienstleistungen praktisch nähern. Die Akteure stellten unter Beweis, dass Kultur- und Kreativleistungen schon längst keine Nebenprodukte kunst- und freizeitorientierter Wirtschaftsbereiche mehr sind, sondern funktionierende und im ökonomischen Sinne stabile Wirtschaftsinseln bilden.

Dabei ist der Begriff „Wirtschaftsinseln“ durchaus wörtlich zu nehmen: Aktuell fehlt es den Branchen an Wahrnehmung, Anerkennung ihrer empirisch belegten Wirtschaftskraft.Die zwölf Teilbranchen, darunter Film- und Buchmarkt, Design-, Musik- und Rundfunkwirtschaft sind in Märkten aktiv, welche von der klassischen Wirtschaftsförderung und in wirtschaftspolitischen Entscheidungsprozessen aktuell massiv ungenügend werden. Dabei liegen gerade hier die Wachstumspotentiale der Zukunft. „Die europäische Wirtschaft verändert sich nachweislich von einer Industriegesellschaft hin zu einer wissensbasierten Ökonomie – dabei spielen die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft eine entscheidende Rolle“ sagt Claudia Muntschick, Vorstandsmitglied des frisch gegründeten Dresdner Verbands für die Kultur – und Kreativwirtschaft „Wir gestalten Dresden“. Kommunale Verwaltungen und politische Entscheider müssen dieses Potential dringend erkennen, um zukunftsfähige Strukturen zu schaffen.

Unter den Akteuren, die ihre Dienstleistungen und Produkte präsentierten, waren

  • die Leipziger Designagentur Kollaborat Susanne Schreiber, freischaffende Theaterproduzentin und Seminarleiterin aus Leipzig
  • die Leipziger Fotografin Sandy Jeschke
  • das Leipziger Konzeptionsbüro Hybrid Art Lab
  • der Geschäftsführer der Dresdener Nikki GmbH, Marco Wildner
  • galerie module – Kunsthalle Dresden, eine Agentur zur Raumvermittlung für Kulturschaffende
  • Jarii van Gohl, Sounddesigner und Musiker aus Dresden, der mit der Band DYSE oder Gebäudeklangorchester international bekannt ist.

Gemeinsame Pressemitteilung von Wir gestalten Dresden und dem Leipziger Verein Kreatives Leipzig

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