Wahlprüfsteine

Wahlprüfsteine Wahl der Dresdner Oberbürgermeister_in 2015

Die nachfolgenden Wahlprüfsteine wurden von uns formuliert und den drei KandidatInnen Dirk Hilbert (unabhängig, FDP), Dr. Eva-Maria Stange (unabhängig, SPD) und Markus Ulbig (CDU) zur Dresdner Oberbürgermeisterwahl am 7. Juni 2015 zur schriftlichen Beantwortung vorgelegt.

# Welchen Stellenwert hat für Sie die Kultur- und Kreativwirtschaft für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung der Landeshauptstadt Dresden?

Dirk Hilbert
Die KKW ist eine schnell wachsende Branche und aus der aktuellen Wirtschaftslandschaft nicht mehr wegzudenken. In Dresden sind mittelständige Unternehmen die tragende Wirtschaftskraft. Ich denke, die KKW hat das Potential sich neben den etablierten Unternehmen und vor allem im Austausch mit ihnen nachhaltig zu entwickeln.

Dr. Eva-Maria Stange
Kultur- und Kreativwirtschaft haben für mich einen sehr hohen Stellenwert vor allem in einer Stadt, in der Kultur und Wissenschaft in vielfältiger Form zu Hause sind. Seit vielen Jahren tausche ich mich regelmäßig mit den Akteuren der KKW aus, kenne deren Potenziale. Sie werden derzeit in Dresden nicht annähernd ausgeschöpft. Auch wenn es sich meist um kleine oder Einzelunternehmen handelt, so stellen sie doch ein wachsendes Wirtschaftspotenzial der Stadt dar. ( http://www.gemeinsam-fuer-dresden.de/)

Markus Ulbig
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist hat große Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Das Branchenspektrum reicht vom Buchmarkt bis hin zur Software- und Gameindustrie. Die Akteure verbinden das Schöne mit dem Nützlichen und sorgen für den Transfer kreativer Ideen in die Wirtschaft. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist einer der Zukunftsmärkte. Deshalb werde ich mich dafür einsetzen, dass dieser Wirtschaftszweig als Chance begriffen und gefördert wird.

# Welche Wirkung rechnen Sie im Hinblick auf die hiesige gesellschaftliche Entwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft zu?

Dirk Hilbert
Das ist schwer zu beurteilen. Die Produktion und der Verkauf von Kulturgütern gehören ja schon immer zu unserer Gesellschaft. Die KKW hat m. E. einen großen Schwerpunkt im Dienstleistungssektor. Das Aufspüren und Verstärken von Trends aber auch das Ausfüllen von Nischen sind wesentliche Charaktereigenschaften.

Dr. Eva-Maria Stange
KKW richten sich auf Neues, Modernes und somit auf die Zukunft. Sie sind in der Regel über mehrere Branchen interdisziplinär angelegt und ziehen Kreative an. Somit tragen sie maßgeblich zur Attraktivität der Stadt vor allem für junge Menschen bei und sind offen für andere Kulturen und damit per se weltoffen.

Markus Ulbig
Mir ist es wichtig, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft auch als ein Wirtschaftsfaktor begriffen wird. Das Potential der Akteure muss noch mehr genutzt und kommuniziert werden. So können innovative Ideen auch Anwendung finden. Dresden ist wirtschaftlich gut aufgestellt. Die Kultur- und Kreativwirtschaft kann ein Innovationsmotor für etablierte Unternehmen in unserer Stadt sein. Ein solcher Impuls würde eine neue und einzigartige Wirkung auf das Ansehen der Stadt und ihre Unternehmen entfalten.

#Wie wollen Sie Wir gestalten Dresden – Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft zukünftig in Ihre Aktivitäten einbinden?

Dirk Hilbert
Die KKW ist ein Teil der Wirtschaft Dresdens. Ich werde genauso wie mit anderen Organisationen Zielvereinbarungen treffen, die für unsere Stadt Dresden förderlich und wichtig sind.

Dr. Eva-Maria Stange
Die Selbstorganisation der KKW ist ein wichtiger adäquater Aspekt für deren Entwicklung. Wir gestalten Dresden – kennt die Probleme der Branche und kann gemeinsam Lösungen, sowie Lobbyarbeit organisieren. Ich will diesen Branchenverband unterstützen und anhören, was er als Partner der Stadt an Vorschlägen vorträgt.

Markus Ulbig
Ich verstehe den Branchenverband als eine gut organisierte Interessenvertretung für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden. Ich möchte gemeinsam mit Verbänden wie diesem neue Ideen und Konzepte entwickeln, um die Potentiale deutlich herauszustellen und so Synergien für die Gesamtwirtschaft zu schaffen.

# Welche Teilbranchen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft halten Sie für die städtebauliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt für besonders wichtig?

Dirk Hilbert
Ich denke das Zusammenwirken aller Teilbranchen ist das Nonplusultra. Die KKW hat einen großen Anteil junger Unternehmen im Bereich der Werbung, des Designs und der Architektur. Sie ist aber auch dafür bekannt neue Wege in der Zusammenarbeit zu gehen. Vor diesem Hintergrund gibt es kein Wichtiger.

Dr. Eva-Maria Stange
Diese Unterscheidung ist kaum möglich, tragen doch alle Branchen auf ihrem Gebiet und oft branchenübergreifend zur Entwicklung der Stadt bei. So sind Leistungen der Konzert- und Veranstaltungsorganisatoren ebenso wichtig, wie Ausstellungen der Bildenden Kunst oder des Kommunikationsdesigns.

Markus Ulbig
Natürlich haben alle Teilbranchen eine wichtige Funktion in mindestens einem dieser drei Entwicklungsbereiche. Es wäre daher nicht richtig, den Mehrwert eines Marktes über den eines anderen zu erheben. Allerdings glaube ich schon, dass die Software- und Gameindustrie in Dresden einen guten Nährboden hat und deshalb einen besonderen Stellenwert einnimmt. Ein Software-Institut könnte die Plattform für Innovationen in dem Bereich bieten.

# Eine elementare Handlungsempfehlung der Studie „Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden – Potentiale und Handlungsmöglichkeiten“ ist die Schaffung einer zentralen Anlauf- und Koordinierungsstelle. Diese Aufgaben werden seit 2013 durch Wir gestalten Dresden – Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft übernommen, sind vertraglich mit der Stadt festgelegt und von anderen bundesdeutschen Städten als Best Practice Beispiel „Dresdner Modell“ bezeichnet. Ende 2015 läuft dieser Vertrag aus. Wie soll diese zentrale Aufgabe ab 2016 weiter realisiert werden?

Dirk Hilbert
Der Verband hat sich entwickelt und erfüllt meines Erachtens diese geforderte Funktion sehr gut aus. Daher werde ich ihn im Rahmen meiner Möglichkeiten auch weiterhin unterstützen. Allerdings braucht ein starker Verband nicht nur einen Partner.

Dr. Eva-Maria Stange
Die zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle sollte erhalten bleiben. Im Koalitionsvertrages des Landes (http://www.spd-sachsen.de/wp-content/uploads/2014/11/Koalitionsvertrag-A5.pdf) wurde ebenso vereinbart, dass die drei Branchenverbände der Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz unterstützt werden sollen, d.h. ihre Selbstorganisation anzuerkennen, andererseits aber Unterstützungsstrukturen und Finanzierung bereit gestellt werden sollen. Das gilt auch auf der Ebene der Stadt.

Markus Ulbig
Mir ist es wichtig, dass bewährte Konzepte erhalten bleiben. Man muss das Rad nicht immer neu erfinden. Sehr gerne bin ich bereit mit dem Verband über eine mögliche Verlängerung oder sogar Neuausrichtung des „Dresdner Modell“ zu sprechen.

# Welchen Stellenwert hat eine strukturelle Förderung für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden für Sie?

Dirk Hilbert
Eine strukturelle Förderung hat Vorteile aber auch Nachteile, soll heißen; sie verstärkt Effekte und wirkt gleichzeitig natürlichen Prozessen entgegen. Im Rahmen der herkömmlichen Wirtschaftsförderung gibt es sicherlich Anpassungsbedarf, aber die wirtschaftlichen Grundlagen bleiben unabhängig der Branche die gleichen.

Dr. Eva-Maria Stange
Die KKW bedarf einer eigenen, adäquaten Förderstruktur im Rahmen der Wirtschaftsförderung. Dazu gehören sowohl das Thema Existenzgründerförderung wie auch die Bereitstellung von kostengünstigen Räumen. Was für junge Startups in der Technologiebranche gilt, muss auch für Kreative im Bereich der Kunst und Kultur gelten.

Markus Ulbig
Nachhaltige und effektive Strukturen aufzubauen ist zunächst Aufgabe der Branchen- und Interessensverbände. Die Verwaltung sollte hier nur tätig werden, wenn diese Aufgabe nicht erfüllt wird. Wichtig ist mir, dass die Stadt die Arbeit der Verbände unterstützt, wenn Bedarf besteht. Wie diese Förderung konkret aussieht, muss mit den Verantwortlichen und Akteuren gemeinsam diskutiert werden.

# In anderen bundesdeutschen Städten wie Bremen und München hat sich ein ämterübergreifender Lenkungsausschuss, der sich mit dem Thema Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt, bewährt. Gedenken Sie dies auch für die Landeshauptstadt Dresden zu implementieren?

Dirk Hilbert
Mein Wahlversprechen ist es, die Mitsprache durch die Dresdnerinnen und Dresdner wieder lebendig zu gestalten und für eine motivierte Verwaltung zu sorgen. Ein ämterübergreifender Lenkungsausschuss kann ein Weg sein, muss aber nicht. Das hängt nicht zuletzt von den Themen ab.

Dr. Eva-Maria Stange
Das ist eine interessante Anregung, der ich gern nachgehe. Da KKW oft zwischen den einzelnen Ämtern pendelt, ist eine Bündelung der Anliegen und Interessen und eine gemeinsame ämterübergreifenden Lösungssuche sicher geeignet.

Markus Ulbig
Ich glaube nicht, dass es einen Lenkungsausschuss für das Thema benötigt. Ich habe deutlich gemacht, dass ich als Oberbürgermeister „Wirtschaft zur Chefsache“ machen werde; darin beziehe ich auch das Thema Kultur- und Kreativwirtschaft mit ein.

# Wie stehen Sie zu einer Fortschreibung der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaftsstudie

Dirk Hilbert
Das sollten wir in Angriff nehmen. Machen Sie mir einen Vorschlag!

Dr. Eva-Maria Stange
So wie auf Landesebene im jüngsten Koalitionsvertrag zwischen SPD und CDU vereinbart, soll auch auf der Ebene der Stadt der KKW-Bericht regelmäßig über die Entwicklung Auskunft geben und auf Problemfelder hinweisen. Dieser Bericht sollte dann aber auch in einer öffentlichen Werkstatt vorgestellt, beraten und mit konkreten Empfehlungen versehen werden.

Markus Ulbig
Die Branche ist sehr dynamisch und wächst stetig. Daher sollte die Studie von 2010 fortgeschrieben werden. Nur so können wir die Entwicklungen messbar machen und positive Signale und Tendenzen verstärken.

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