Was hat eigentlich die Kulturpolitik mit der Kultur- und Kreativwirtschaft zu tun?

 

Kulturwerte-2Dieser Frage stellte sich vom 12. bis 14. September 2014 das Kulturpolitische Forum Tutzing. Veranstaltet von der Kulturpolitischen Gesellschaft, dem Stadtkulturnetzwerk Bayerischer Städte, dem Deutschen und Bayerischen Städtetag sowie dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München diskutierten TeilnehmerInnen aus dem gesamten Bundesgebiet unter dem Titel „Kulturwerte: Zur kulturellen Seite der Kreativwirtschaft“.

Dabei schien es um nichts geringeres, als um eine kulturpolitische Perspektive auf das Thema Kultur- und Kreativwirtschaft zu gehen. Denn während die Wirtschaftspolitik in Bund, Ländern und Kommunen mit verschiedensten Maßnahmen wie z. B. Studien und Wirtschaftsförderprogrammen das Thema nach und nach langfristig erschließt, scheint die Kulturpolitik dem Doppelcharakter kultur- und kreativwirtschaftlicher Leistungen noch nicht genügend Rechnung zu tragen.

Dass es hier Vorreiter gibt, zeigte der erste Konferenzbeitrag von Dr. Hans-Georg Küppers (Kulturreferent der Landeshauptstadt München) mit dem Titel „Zum Wert der Kultur“. Er benannte zusammenfassend fünf Erkenntnisse bzw. Handlungsempfehlungen für die Kulturpolitik:

  • Der Begriff der Kultur- und Kreativwirtschaft muss verständlicher und kommunizierbar werden, damit alle, die damit befasst sind, vor allem die Akteure der Branche, diesen erfassen können und er nicht nur zur Worthülse wird!
  • Die Sichtbarkeit für die Branchenakteure muss erhöht werden, insbesondere für die Kulturberufe, damit Wertschätzung da ankommt, wo sie ihren Ursprung nimmt!
  • Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist nicht Sozialhilfeempfänger, sondern benötigt, z. B. beim Thema Qualifizierung eine Begleitung auf Augenhöhe.
  • Die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft darf keine parallele Kulturförderung sein, sondern muss dem Doppelcharakter der Branche Rechnung tragen!
  • Es muss eine Ansprechbarkeit gewährleisten werden, welche die Branchenakteure in ihrem Handeln unterstützt und begleitet und nicht nur die Förderstruktur bedient.

In diesem Sinne sollten kulturpolitisch die Potentiale der Kultur- und Kreativwirtschaft genutzt werden, anstatt auf den Gegensätzen zwischen wirtschaftlichem und kulturellem Charakter zu beharren!

Am darauffolgenden Tag ging die Veranstaltung mit verschiedenen Redebeiträgen in die zweite Runde. Herauszuheben ist hier insbesondere der Beitrag von Michael Söndermann, welcher beeindruckende Zahlen aus der Studie zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern präsentierte. Demnach sind knapp ein fünftel aller Akteure und Unternehmen der Branche in Deutschland im Freistaat ansässig. Und das, obwohl in Bayern erst jetzt mit dem landesweiten Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft und dem Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt unterstützende Strukturen entstehen bzw. entstanden sind. Letzteres wurde im Übrigen auch als Modellprojekt im Rahmen der Konferenz vorgestellt. Das durch Jürgen Enninger geleitete Kompetenzteam, ist eines der wenigen Angebote in Deutschland, welches über einen ämter- und fachübergreifenden Ansatz funktioniert und so die verschiedenen Bedarfe der Branchenakteure bedienen kann.

Fortgesetzt wurde die Konferenz mit vier parallelen Workshops. So ging es unter anderem um „Initiativen zur Stärkung der regionalen Kulturwirtschaft“ mit Beispielen aus Nürnberg (mehrwertzone.net) und dem Fichtelgebirge (Künstlerkolonie Fichtelgebirge). In einem weiteren Workshop wurde zum Thema „Kreativwirtschaft und Stadtentwicklung“ mit Gästen aus München (KunstWohnWerke) und Berlin (Freie Szene Berlin) diskutiert.

Den Abschluss der Konferenz bildete am Sonntag die Zusammenfassung der Tagungsinhalte, welche in kürze auch als Dokumentation verfügbar sein werden.

Die Suche nach einer kulturpolitischen Perspektive auf das Thema Kultur- und Kreativwirtschaft wird wohl trotz einiger Studien und Tagungen weiter gehen. Die bisherigen Ergebnisse des Diskurses sind eher unbefriedigend. In der Praxis gibt es aber schon heute vielversprechende Ansätze, wie das Beispiel des Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft in München zeigt. Hier kann man wohl eher über einen kultur- und kreativwirtschaftspolitischen Ansatz sprechen, der im Ursprung auch der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes zugrunde liegt.

Hier geht´s zum Tagungsprogramm

(Text: Christian Rost)

 

 

 

 

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