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Wir brauchen Zukunftsorte!

Ein Statement der Kultur- und Kreativwirtschaft zur #nadannmachdoch Kampagne vom Konglomerat e.V.

Pressemitteilung, 15. Juni 2018

Frei verfügbare Räume werden in Dresden zunehmend geringer. Arbeitsräume insbesondere in der Dresdner Innenstadt sind nahezu unerschwinglich. Kreativräume verschwinden durch Gentrifizierungsprozesse, weil einst brachliegende und zur Zwischennutzung freigegebene Gebäude saniert und umgenutzt werden. Für Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft – häufig Einzel-, Kleinst- und Kleinunternehmer*innen, die massiv zur Aufwertung von Stadtvierteln beitragen –  kann das zum Problem werden: sie müssen ihre Räume verlassen, höhere Mieten in Kauf nehmen, in ein anderes Stadtgebiet ziehen. Aktuelle Beispiele reichen von der Könneritzstraße 25 hin zur Lößnitzstraße 14. Mehrere hundert Kreativunternehmer*innen verlieren hier Ende September ihre Proberäume, Ateliers, Studios und Werkstätten. Alternative Standorte mit ähnlicher Infrastruktur sind bisher nicht in Sicht.

Die aktuelle Kampagne #nadannmachdoch des Konglomerat e.V. macht eben diese Schieflage deutlich und verweist auf das Ungleichgewicht von Reißbrettplanung und gelebter Realität. Die Initiative fordert den Erhalt von kreativen Gemeinwohlräumen und verweist einmal mehr darauf, dass diese, oft auf private Initiativen hin geleisteten Erschließungen von Räumen durch derzeitige Entwicklungen des Immobilienmarkts bedroht sind – samt ihrer Mieter, die allzu oft Künstler und kreativschaffende Freiberufler sind.

Wir gestalten Dresden unterstützt daher die Kampagne des Konglomerat e.V. Belebte Quartiere sind reich an Sub-/Kultur und geprägt von kreativen Unternehmen und Initiativen, die sich hier ansiedeln und die den Charakter ihrer Umgebung prägen. Bettenburgen und Wohnungsanlagen, die Investoren vermeintlich hohe Renditen versprechen, führen zu toten Vierteln ohne Wirtschaftskraft, kreativer Energie und mit geringer Standortqualität, wenn sie Kreativstandorte und Gemeinschaftsorte wegsanieren.

Um Stadtentwicklung positiv voranzutreiben, bedarf es daher eines gemeinsamen Dialogs zwischen Immobilienmarkt, Stadtverwaltung und Akteuren. Und es bedarf eines Zusammenschlusses vieler einzelner Menschen, Künstler oder Unternehmen, um Gebäude im Sinne ihrer Mieter zu erschließen. Viele Beispiele in der Stadt Dresden zeigen bereits jetzt, dass es gehen kann: Sei es das Zentralwerk, das sich gemeinschaftlichen Wohn- und Arbeitsraum angeeignet hat, oder der Kreativraumbetreiber neonworx, der eine niederschwellige Sanierung der Heizzentrale im Kraftwerk Mitte erwirkte und das mittlerweile selbstverwaltete Gebäude für Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft erschloss. – Das kostet Kraft und das kostet Mut. Aber gemeinsam lassen sich alternative Modelle finden, wie Gebäude und Flächen erschwinglich entwickelt werden können. Und das müssen sie auch.

Was wir brauchen, das sind Zukunftsorte. Orte, an denen ein grenzübergreifender und interdisziplinärer, offener und kooperativer Austausch möglich ist. Es bedarf Orte der Begegnung, an denen Ideen in die Tat umgesetzt werden und eine Stadtgesellschaft mit ihren Institutionen an den drängenden Fragen von morgen arbeiten. Das Open Future Lab mit seinem breiten Unterstützerkreis aus der hiesigen Kreativ-/Wirtschaft und Wissenschaft ist daher unsere Antwort auf die Frage, wie gemeinwohlorientierte Räume geschaffen werden können, die Vielfalt als Standortfaktor unbedingt voraussetzen. Es ist unsere Vision einen Raum zu schaffen, der einen gemeinsamen Dialog zwischen Kunst, Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtverwaltung und Gesellschaft ermöglicht. 

Einladung zur Pressekonferenz »Na dann machen wir mal…«
Konglomerat e.V. / 21.06. / 09:00 / Jagdweg 1-3

Initiativen werden in kurzen Statements, ihre Sicht auf die Zukunftsaussichten für Gemeinwohlräume in Dresden schildern.

Einladung zur Diskussion-Dinner »Zukunftsschutzgebiete«
Konglomerat e.V. / 21.06. / 16:00 bis 20:00 / Jagdweg 1-3

Im Zentrum des Themenabends steht die Frage: „Wie können wir mitten in der Stadt Flächen schützen, an denen sich nachhaltige Zukunftkonzepte schon heute erproben lassen?​​​“

Einladung zur KWARTIERE – Schwerpunkt: Kollektiveigentum
Wir gestalten Dresden / 22.06. / 13:00 bis 17:00 / Jagdweg 1-3

Wir Gestalten Dresden und Kreatives Sachsen veranstalten einen Fachworkshop für Nutzergruppen, die selbstverwaltete Immobilien entwickeln möchten.

Kontakt:

Wir gestalten Dresden –
Branchenverband der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft

Kraftwerk Mitte 7
01067 Dresden

www.wir-gestalten-dresden.de
www.openfuturelab.de

 

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