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Nachgefragt: Wir gestalten Dresden – Gestalter_In des Monats

Dresden AHOI!

Das „Jahr der Kreativen“ ist angebrochen – unter diesem Motto setzt Dresden sich seit Januar in Szene. Aber wer sind die Köpfe hinter der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft? Was inspiriert Kreativschaffende in Dresden? Und was könnte in der Zukunft noch besser laufen?

Nachgefragt! im Januar: Manja Schönerstedt

Wir wollen wissen, wer Dresdens Querdenker und Ideengeber sind. Mit zehn Fragen und einem Selfie #atwork wagen wir den Blick hinter die Kulissen. Warum Dresden einen Studiengang für Kommunikations-/Grafikdesign braucht, wie man zur Buchstaben-Sammlerin wird und wann es heißt Haltung einnehmen – wir haben wieder Nachgefragt!

Diese Woche mit uns im Gespräch: Manja Schönerstedt.

Manja SchönersManja_Selfietedt ist Diplom-Grafikdesignerin mit einer großen Leidenschaft für Typograhie. Seitdem sie 2009 ihr Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig abgeschlossen hat, lebt und arbeitet sie in Dresden. 2012 hat sie AHOI ins Leben gerufen. AHOI ist ein junges Dresdner Design-Büro, das Corporate Designs, Printmedien und Webdesigns entwickelt und mit kreativen Partnern umsetzt.

 

ahoi_schriftzug

 

 

– Dein Geschäftskonzept in 140 Zeichen:
Ich entwickle vorallem im Bereich Kulturvermittlung Corporate Designs, Printmedien und Webdesigns.

– Wenn ich anderen erklären, was ich beruflich mache, dann…
…habe ich mittlerweile gelernt, dass es nicht ausreicht zu sagen, dass man freiberufliche Grafikdesignerin ist. Das Feld ist riesig, da macht es eher Sinn konkret über aktuelle Projekte zu sprechen und Plädoyers für gutes Grafikdesign zu halten – eine Haltung einnehmen. Man muß den Menschen zeigen, dass man es ernst meint. Wenn sie deine Leidenschaft für die Sache erst spüren, dann sind sie meist angenehm überrascht und das klischeéhafte Mitleid für den ›armen‹ Kreativen ist schnell vergessen.

– Um in meiner Branche Erfolg zu haben, braucht man…
Eine gute Ausbildung ist eine wertvolle Basis. Eine gewisse Besessenheit hat man sowieso, sonst wirst du kein Gestalter. Disziplin und Durchstehvermögen entwickeln sich. Durch mein Designstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig habe ich einen ziemlich guten Schliff bekommen, wovon ich nach wie vor profitiere, und ein paar Agenturjahre hier in Dresden haben ihr Übriges getan.

Was man zu dem aber unbedingt braucht, ist ein erkennbares Profil. Man muss sich darüber im Klaren sein, was man tut und wohin man will und das auch sichtbar machen. Speziell in meiner Arbeit nimmt die Typografie einen ganz wichtigen Stellenwert ein. Ich arbeite zudem sehr grafisch und bin recht klar und reduziert in meinen Gestaltungen. Ich identifiziere mich mit meinen Projekten und arbeite logisch aus deren Inhalten heraus. Nur so kommt man zu guten Lösungen. Meine Kunden überzeugt diese Haltung.

– Reach to the stars: Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Hoffentlich immernoch in so einem wunderbaren Kreativ-Workingspace, wie hier – aber dann hoffentlich mit Zweitbesetzung. Das Arbeiten in unserer Bürogemeinschaft bringt schon sehr viele Vorteile mit sich. Da entstehen des öfteren gute Kooperationen.

Vielleicht hat sich in 5 Jahren dann jemand gefunden, der in Sachen Gestaltung als Partner zu mir passt und mit dem ich perspektivisch auch größere Projekte gemeinsam stemmen kann. Natürlich bin ich an Austausch und Kritik interessiert und gemeinsam arbeitet es sich einfach besser.

Außerdem werde ich als kreativer Kopf des heute noch kleinen, aber in 5 Jahren sicherlich etablierten Liesmich Verlages viele tolle Bücher mit auf den Weg gebracht haben, denn mein Herz schlägt nach wie vor für das Buch.

– Wenn du in Dresden eine Sache verändern könntest, dann…
…würde ich umgehend einen Studiengang in Kommunikations- bzw. Grafikdesign einführen und diesen auch sehr gern in den Kontext der Kunsthochschule stellen. Das fehlt mir hier in Dresden doch sehr.

Ab und an sieht man in der Stadt toll gestaltete Plakate hängen. Diese stammen leider häufig aus Berlin oder Leipzig, was schade ist, denn das sollten wir in Dresden doch auch hinkriegen.

– Wo ist Dresden am kreativsten?
Täglich von 9 – 17 Uhr, Schützenplatz 5.

– Welcher Gegenstand ist aus deinem Arbeitsumfeld nicht wegzudenken? Meine Typografie-Begeisterung äußert sich natürlich auch darin, Buchstaben zu sammeln. So haben sich mittlerweile einige Sachen in meinem Büro angefunden – vor allem Bücher, Plakate, Bilder, Reklamebuchstaben, Schilder, Wimpel und…

Natürlich sind die Dinge auch zueinander geordnet – das ist wichtig. Ich mag diese verdichtete Atmosphäre. In einem nüchternen Büro könnte ich auf Dauer nicht arbeiten.

– Welches Klischee über deine Branche nervt dich am meisten?
Dass jeder Designer sein kann – das stimmt schlichtweg nicht. Wie schön wäre doch die Welt.

– Und was leider nur die wenigsten wissen:
Bindestrich – (kurz), Gedankenstrich – (lang)

– Dein Mantra?
Nicht heulen – machen!

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