Walter Miller – Miller. Architektur.

IHR SEID WIR Nr. 26
Wir machen Dresdens kreative Köpfe sichtbar und stellen euch jede Woche eines von 115 WGD-Mitgliedern aus 12 Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft vor.

Der Branchenfokus im November liegt auf dem Architekturmarkt. Wir haben euch bereits die freie Architektin und Innenraumgestalterin Judith Scholz von RaumKonzept Scholz vorgestellt. Heute lernt ihr mit Walter Miller einen weiteren Dresdner Architekten und sein Büro Miller.Architektur. kennen.

„Architekt:innen können nie nur schöpferisch kreativ tätig sein, sondern müssen sich immer auch funktionalen Zwängen unterwerfen, wie einer Auseinandersetzung mit der Schwerkraft, Wind, Wetter etc. Das hat mich immer schon fasziniert und war einer der Hauptgründe, warum ich mich für die Architektur entschieden habe.“, sagt Walter Miller, namensgebender Inhaber von Miller.Architektur. Walter ist heute in seinem 27. Jahr in der Architekturbranche, anfangs noch im Nebenberuf tätig.1996 ist Walter per Losverfahren (ZVS) zum Studium nach Dresden gekommen. Er tauschte seine Stuttgarter-Komfortzone in ein von Aufbruchstimmung geprägtes Leben im Osten des Landes ein und kam auch nach späteren Aufenthalten in Madrid und Berlin sehr gern wieder hierher. Dresden hat ihm nie das Gefühl von Provinz oder beruflicher Abgeschiedenheit gegeben, zumal die nächsten Metropolen wie Prag oder Berlin nur knapp 90 Minuten Fahrt entfernt liegen.

In seinem Architekturbüro auf dem Weißen Hirsch beschäftigt er insgesamt zehn Architekt:innen und Bauleiter:innen. Die Bauvorhaben und Projektgrößen des Büros sind sehr breit aufgestellt und reichen vom Balkonbau bis zu Millionen-Projekten wie aktuell der Hausnummer 30, dem ältesten Gebäude auf dem Kraftwerk Mitte-Areal. Hier brachten Walter und sein Team auch schon die Hausnummern 5 und 7 zur Vollendung. Somit hat er auch das neonworx-Gebäude mitgestaltet, in dem heute, nebst der WGD-Geschäftsstelle, auch unsere Mitglieder die Agenturen HERBSTWEST und neongrau beheimatet sind.

Besondere Freude und Verbundenheit spürt Walter auch bei der Sanierung des Kulturzentrums Scheune e. V. in der Dresdner-Neustadt. Mit diesem Ort verbindet er viele Erinnerungen an tolle Abende und ist stolz, als Architekturbüro an der aktuellen Sanierung maßgeblich beteiligt zu sein. Sein Tagesgeschäft zeichnet sich durch kontrastreiche Arbeit an mehreren unterschiedlichen Projekten aus. So gibt es neben jenen Projekten, in denen Architekt:innen-Ideale und Schönheit am Bau ausgelebt werden können immer wieder auch ganz funktionale Aufträge wie jüngst eine Wasser-Mess – und beobachtungsstation in Leipzig – ein hoch komplexes und herausforderndes Vorhaben.

Im dritten Jahrzehnt seiner Tätigkeit als Architekt hat Walter einen großen Wunsch an die Stadt Dresden: „Eine Koordination und Kooperation zwischen den verschiedenen Ämtern täte gut.“ Nicht selten passiert es in dieser Stadt, dass Baugenehmigungen bis zu einem Jahr Bearbeitungszeit benötigen. In dieser Laufzeit werden von verschiedenen Gremien sehr unterschiedliche und oftmals widersprüchliche Entscheidungen gefällt, die es unmöglich machen alle Anforderungen einhalten und umsetzen zu können. Dieses Korsett aus Ansprüchen und Widersprüchen beschneidet die Kreativität der Architekt:innen in einem hohen Maß. Aus Städten wie Leipzig hat Walter einen direkten Vergleich, dass es auch gelingen kann alle Behörden mit ihren Belangen an einen Tisch zu holen und gemeinsame Lösungen und Entscheidungen zu finden, „Man muss verlangen können, dass Dresden das genauso hinbekommt“.

Ohne Kreative wäre Dresden nur eine Wiese an einem Fluss. Wir gestalten Dresden – Gestalte mit! Schließ’ dich uns an. Fragen zur Mitgliedschaft beantworten wir hier: www.wir-gestalten-dresden.de/mitmachen/
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