BPM Sachsen – Büro für Popkultur & Musik in Sachsen ist gestartet!

Jubel:

Büro für Popkultur und Musik ist gestartet!

Sachsen hat ein Büro für Popkultur und Musik (BPM Sachsen)! Damit entsteht erstmals eine zentrale Repräsentationsplattform, die das kreative und wirtschaftliche Potenzial der sächsischen Musikwirtschaft sichtbar macht – selbstbewusst, vernetzend und vermittelnd. Das BPM Sachsen versteht sich als Brücke zwischen Szene und Verwaltung und stärkt den Dialog zwischen Kulturpraxis und politischen Strukturen.

 

Bemerkenswert:

Ressortübergreifende Förderung

Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) und das Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) ziehen hier gemeinsam an einem Strang. Unter der Leitung von Alex Pagel wird das BPM Sachsen künftig Beratungsangebote entwickeln, Netzwerke ausbauen, Wissen transferieren und die sächsische Musikszene auf nationalen sowie internationalen Showcases und Konferenzen präsentieren.

 

Zwischen wirtschaftlichem Anspruch und struktureller Unsicherheit

Bei der Auftaktveranstaltung am 6. Februar in der GrooveStation wurde diskutiert, wie gut Verwaltungsstrukturen und Förderlandschaften derzeit mit den Akteur:innen der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) verzahnt sind.

 

Hochgesteckte Erwartungen

Bernhard Scheerer (SMWA) formulierte ambitionierte Ziele:

Erwartet werde ein deutlicher wirtschaftlicher Erfolg – perspektivisch sogar eine Verdoppelung des Jahresumsatzes in der Musikwirtschaft. Gleichzeitig bleibt die Zukunft des Projekts über den aktuellen Doppelhaushalt hinaus offen. Ein Spannungsfeld, das die KKW in Sachsen nur allzu gut kennt:

Hohe Erwartungen bei oft fehlender langfristiger Absicherung.

Alex Pagel betont:

"..., dass Musik in ihrem Wirkungsfeld dabei ökonomisch aber nicht nur eindimensional, sondern umwegsrentabel mehrdimensional fungiert."

 

WGD-Mitglied Nils Burchartz (Volume11) betonte, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) über enorme fachliche Expertise verfüge. Damit diese ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht es

verlässliche politische Rahmenbedingungen

– nicht ausschließlich Übersetzungsarbeit durch das BPM Sachsen in Verwaltungssprech oder Vokabeltraining der Akteur:innen in der Förderlyrik.

 

Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik

Gerade im ländlichen Raum müssen Förderstrukturen stärker auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren und echte Teilhabe ermöglichen, so Heiko Düring vom East Club in Bischofswerda. Musik ist dabei mehr als Wirtschaftsfaktor – sie ist verbindendes Element, Begegnungsraum und kulturelle Infrastruktur. Spielstätten und Clubs müssen als Orte für junge Menschen erhalten und zugänglich bleiben.

 

Instrument des Jahres 2027:

Synthesizer

Die Landesmusikräte küren 2027 als Instrument des Jahres den Synthesizer. Ein starkes Signal – und zugleich eine Einladung, musikalische Bildung zeitgemäß zu denken. Digitale Audio-Workstations gehören weltweit längst zum Standard musikalischer Bildung. Wer heute mit elektronischer Musik, Hip-Hop oder Pop aufwächst, lernt Musik nicht zuerst am Notenblatt, sondern am Rechner. DAW-Lizenzen im Rahmen von Jedem Kind ein Instrument wären ein konsequenter Schritt, um musikalische Früherziehung an heutige Produktions- & Ausdrucksformen anzuschließen – und damit echte Teilhabe an Popmusikkultur zu ermöglichen.

 

ÖRR stärker in Verantwortung nehmen

Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht in der Verantwortung der Förderung, Sichtbarmachung und Repräsentanz regionaler Musikkulturen, um sie so aktiv zu unterstützen, so Jakob Gruhl vom ZiMMT e.V. in Leipzig. Während der Reformstaatsvertrag lediglich den Rahmen für die Popkultur-Inhalte in den öffentlich-rechtlichen Medien (Sendeplatz, Budget) strukturell neu ordnen soll, steckt im Dialogprozess Popkultur in Baden-Württemberg eine direkte Fördermaßnahme zur Stärkung der vornehmlich regionalen Popkultur-Szene und könnte beispielhaft für Sachsen sein.

 

Ein gelungener Auftakt!

"ABER JETZT GEHT'S LOS!" - bringt es Heiko Düring auf den Punkt.

 

WIR GESTALTEN DRESDEN freut sich auf eine starke, überregionalenRepräsentanz der sächsischen Musikwirtschaft – inklusive Nachtkultur, sowie viele frische Impulse und Ideen!

Auf viele starke Beats per Minute!

Happy Birthday, BPM Sachsen!