Zahlreiche Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft trifft die reihenweise Absage von Veranstaltungen ins Mark. Mit der aktuellen Umfrage von Kreatives Sachsen erfassen wir Umsatzausfälle und erheben, was Kultur- und Kreativwirtschaftsunternehmen jetzt helfen würde.

Momentan können Kultur- und Kreativwirtschaftunternehmen diese Maßnahmen nutzen:

AUSSETZUNG UND HERABSETZUNG VON STEUERZAHLUNGEN

Auf Antrag können laufende Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer herabgesetzt oder ausgesetzt werden. Fällige Steuerzahlungen lassen sich stunden, Säumniszuschläge können erlassen werden. Auf Vollstreckungsmaßnahmen kann vorübergehend ebenso verzichtet werden. Bitte wendet Euch direkt telefonisch an das für Euch zuständige Finanzamt. Wir haben aus dem Netzwerk Rückmeldungen, dass die Finanzämter sehr verständnisvoll und unbürokratisch reagieren und Ihr die Vorauszahlungen telefonisch minimieren oder sogar aussetzen könnt.

ENTSCHÄDIGUNG BEI VERDIENSTAUSFALL DURCH QUARANTÄNE

Wer auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über die Landesdirektion Sachsen eine Entschädigung beantragen. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Anträge sind innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne bei der Landesdirektion Sachsen zu stellen. Den Antrag auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz für Selbständige findet ihr hier. Bei einer Existenzgefährdung können Mehraufwendungen beantragt werden. Falls Ihr als Selbständige nicht gesetzlich kranken-, renten- und pflegeversichert seid, habt Ihr Anspruch auf Erstattung ihrer Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenem Umfang.

KURZARBEITERGELD

Unternehmen mit mindestens einem/r MitarbeiterIn können Kurzarbeitergeld beantragen. Beim Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn eine Firma ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schickt. Den ArbeitgeberInnen sollen außerdem die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden erstattet werden. ArbeitgeberInnen können Kurzarbeitergeld beantragen, mindestens 10% der Belegschaft von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen ist. Die Maßnahme soll Unternehmen helfen, bei eingebrochenem Geschäft MitarbeiterInnen zu halten. Achtung: Kurzarbeitergeld gibt es nicht für geringfügig Beschäftigte! Weitere Informationen auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit

ZINSSUBVENTIONIERTE LIQUIDITÄTSHILFEDARLEHEN sind einfach gesprochen Kredite, die dazu dienen sollen, Zahlungsausfälle zu überbrücken. Zu Zinssätzen und Antragsverfahren informiert die Sächsische Aufbaubank unter der neuen Hotline für von den Auswirkungen des Coronavirus betroffenen Unternehmen: 0351 4910-1100.

SOFORTHILFEN

Über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) können InhaberInnen eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen, wenn sie durch virusbedingte Veranstaltungsabsagen Honorarausfälle erlitten haben. Betroffene wenden sich zur Beantragung bitte direkt an die GVL.

AUSFALLHONORARE

Ob Ihr vom Auftraggeber ein Ausfallhonorar bekommt, hängt von Euren individuellen Vertragsbedingungen ab. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Achtet beim Abschluss neuer Verträge darauf, dass es Regelungen über Ausfallhonorare gibt. Habt Ihr in einem Projekt bereits Teilleistungen erbracht, habt Ihr zumindest anteilig Anspruch auf das Honorar.

FÖRDERMITTEL FÜR LAUFENDE PROJEKTE

Ihr setzt gerade mit Hilfe von Fördermitteln ein Projekt um und müsst Veranstaltungen und/oder Reisen absagen? Wie sich das auf die Abrechnung der Fördermittel auswirkt, dazu gibt keine allgemeingültig Regelung. Wir gehen davon aus, dass die fördernden Stellen die Projektträger in Kürze individuell informieren werden. Zahlreiche Verbände setzen sich aktuell dafür ein, dass die aktuelle Situation sich nicht negativ auf die Zuwendungsempfänger und die beteiligten Kultur- und Kreativschaffenden auswirkt.

Auch die Bundesregierung für Kultur und Medien kündigte erste Hilfsmaßnahmen an und verspricht Unterstützung. So soll eine Sicherheit für verausgabte Fördermittel (I) bestehen, bestehende Programm insb. in Hinblick auf prekäre Situationen von KünstlerInnen und Freischaffenden geschärft (II) und zusätzliche Mittel eingesetzt werden (III). Außerdem sammelt eine Petition momentan Unterschriften für Hilfen für FreiberuflerInnen und KünstlerInnen während des “Corona-Shutdowns”.
Wir informieren Euch sofort, sobald es weitere Hilfen geben sollte.

HINWEISE DER FACHVERBÄNDE

Informationen des Bundesverbands Schauspiel für BühnenkünstlerInnen.

Informationsschrift des Performing Arts Programm zum Ausfall eine vereinbarten Aufführung.

 

 

AUSTAUSCH ZU CORONA & KREATIVWIRTSCHAFT
Zwei unserer Trägerverbände haben Spezialstammtische initiiert:

Der für den 16. März 2020 Kreatives LeipzigStammtisch spezial findet leider aufgrund der aktuellen Lage nicht statt. Wir denken jedoch gerade an ein alternatives Format.
18. März 2020 Wir gestalten Dresden Stammtisch spezial: Corona & Kreativwirtschaft

WAS WIR MOMENTAN TUN
Wir sind im Gespräch mit dem Sächsischen Wirtschaftsministerium und haben auf der Grundlage der Rückmeldungen von Selbständigen und Unternehmen eine erste Einschätzung zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Kultur- und Kreativwirtschaft abgegeben. Parallel stimmen wir uns mit den KollegInnen aus dem Netzwerk der Fördereinrichtungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft und dem Bundesverband KREATIVE DEUTSCHLAND ab. Die Pressemitteilung zu ersten Ergebnissen aus der bundesweiten, repräsentativen Umfrage findet Ihr hier.

Wir weisen darauf hin, dass die Angaben in diesem Beitrag nicht rechtsverbindlich sind.