OB-Kandidat:innen vorgestellt: Albrecht Pallas (SPD)

Am 17. Mai 2022 lud Wir gestalten Dresden gemeinsam mit dem Silicon Saxony e. V. in Kooperation mit den einschlägigen Kultur- und Kreativverbänden und -netzwerken sieben der neun OB-Kandidat:innen zum Casting ins Boulevardtheater Dresden. Hier finden sich nähere Informationen zu Rahmenbedingungen und Dokumentation dieses Wahlforums der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft.

Im Fokus des Podiums standen der Mangel an (bezahlbaren) Arbeitsräumen, die aktuellen Förderstrukturen, das Image Dresdens, der Fachkräftemangel sowie zukünftige Rahmenbedingungen für Innovationen.

💡 In diesem Beitrag sammeln wir Auszüge des Wahlforums und lassen den Kandidaten der SPD, Albrecht Pallas, zu Wort kommen:

▶️ „Wir bilden hier viele tolle Leute aus, gerade auch in der KKW. Aber viele wandern ab – aus konkreten Gründen: Es fehlen Räumlichkeiten, Experimentierräume, auch welche, die erschwinglich sind für Bereiche, die eben nicht sofort wirtschaftliche arbeiten können. Wir müssen die klugen, die kreativen Köpfe und die fleißigen Hände in der Stadt halten. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben, vor denen wir stehen.“
🔸 Die Lösung sieht er unter anderem in der Schaffung und Bereitstellung von ko-kreativen Räumen, Arbeits-, Atelier- und Proberäumen, aber auch Experimentierräumen, Nachbarschaftszentren und Freiräumen sowie der (infrastrukturellen) Entwicklung von Flächen für Start-Ups und Unternehmen, die Cross-Innovation und Wissenstransfer ermöglichen.

▶️ „Wir haben eine unglaublich breite Forschungs- und Wissenschaftslandschaft. Warum gelingt es uns noch nicht, in ausreichendem Maße einen Transfer von der Forschung in die Wirtschaft, aber auch die Gesellschaft herzustellen und dadurch mehr innovative Gründungen zu ermöglichen? Da geht es um Start-Ups, die technologieaffin sind. Da geht es aber auch um kreative Gründungen, die nicht von vornherein wirtschaftlich arbeiten können und trotzdem wichtig dafür sind, unsere Stadt weiterzuentwickeln. Wir brauchen eine Flächen- und eine Raumstrategie. Da geht es um bestehende Unternehmen, die wachsen. Da geht es um Ansiedlungen, aber eben auch um Experimentierräume. Da geht es um Proberäume. Da kommen plötzlich Projekte in den Fokus wie der Alte Leipziger Bahnhof oder das Industriegelände Albertstadt oder andere Bereiche.“
🔸 Diese Bereiche können auch leerstehende Räume in der Innenstadt sein, so Pallas. Die KKW könne diese beispielsweise als Zwischennutzung beziehen und mit der entstehenden Mischbespielung eine Wiederbelebung der Innenstädte voranbringen.

▶️ „Wir thematisieren häufig in der Stadtgesellschaft, dass der Handel Probleme hat und mehr Menschen das Gefühl haben, es ist langweilig, in die Stadt zu gehen. An der Stelle wird es darum gehen, wie wir mehr neue und unterschiedliche Nutzungen in die Innenstadt bekommen, die die Menschen als spannend empfinden. […] Dass man in innerstädtischen Objekten, die gerade leer stehen, ko-kreativ-Räume entstehen lässt. Dass – wie das Impacthub – ein weiterer Standort für die Digitalwirtschaft entsteht – für die Netzwerke, die dort bestehen. Wenn wir nachhaltig die Innenstadt stärken wollen, dann dürfen wir keine Möglichkeit außer Acht lassen und müssen das Potential nutzen.“
🔸 Eine lebendige Innenstadt und ein vielfältiges, demokratisches Image der Stadt kann zudem dabei helfen, Fachkräfte zu halten, zu locken und Bleibebedingungen für Kreativschaffende zu fördern, die wiederum das Bild der Stadt nachhaltig positiv verändern.

▶️ „Ich möchte Dresden wieder spannend machen und dafür sollen die kreativen Köpfe wieder Ja zu Dresden sagen können. Das ist zum einen eine Frage zur Stimmung der Stadt. Das stellen wir alle fest: kein Oberbürgermeister bisher hat sich an die Spitze einer breiten bürgerlichen demokratischen Stadtgesellschaft gestellt, wenn es darum ging, uns dem entgegenzustellen, dass seit vielen Jahren Dresden Aufmarschgebiet für extreme Rechte ist, die unsere Größe, unsere Stadt zu missbraucht, um ihre Hetze zu verbreiten – das muss sich ändern. Aber, es geht auch darum, konkrete Bedingungen für die Kreativen zu schaffen und zu verbessern. Da haben wir auch Nachholbedarf.“

▶️ „Wir brauchen für Dresden, wenn wir wieder spannender werden wollen, jüngeres Publikum! Wenn wir Kreative ansprechen wollen, brauchen wir in der Kultur eine andere Schwerpunktsetzung. Wir brauchen zur Tradition eben auch die Innovation.“

🎬 Das komplette Wahlforum gibt es zum Nachschauen auf unserer Webseite.

📍Auch die Aussagen dieser Kandidat:innen haben wir zusammengefasst:

Foto: Robert Michalk Photography