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NEW MASTERS – SO FAR

Mit: Anett Bauer, Robert Brandes, Woo-Rim Chu-Karstens, Nicolás Dupont, Saeed Foroghi, Daniela Gaete-Fontirroig, Maja Gratzfeld, Katharina Groß, Nancy Hammermeister, Helene Heyder, Daniel Hoffmann, Marc Jung, Michael Klipphahn, Lars Kohl, Mitja Konic, Swaantje König, Julia Kreiner, Dmitri Krenzer, Peter Krüger, Konstantin Kunath, Alexandra Lebus, Stefanie Meier, Shauna Merriman, Heidi Morgenstern, Anita Müller, Michiko Nakatani, Michael Nowottny, Sebastian Osterhaus, Tobias Ott, Karen Packebusch, Henrike Pilz, Anne-Kathrin Rust, Veronika Schneider, Maria Schwerdtner, Magnus Sönning, SUTTER/SCHRAMM, Eleni Trupis, Robert Vanis, Marcel Walldorf, Anne-Theresa Wittmann, Frank Zitzmann

EINE AUSSTELLUNG IN KOOPERATION MIT DER HFBK DRESDEN ARBEITEN VON 41 MEISTERSCHÜLER/ INNEN

„Neue Meister – so far“ lautet zwischen großspurig und flapsig der Titel dieser großen Ausstellung: Erstmals zeigt das Kunsthaus Dresden eine Ausstellung mit einer Vielfalt von jüngsten Werken der 41 jungen Künstler/innen, die als Meisterschüler_innen die Dresdner Kunsthochschule verlassen. Die Eröffnung mit mehrere Performances und einer vielversprechende Party mit DJ MOZZQUITO bildet den Auftakt dieses, mit einer Ausstellungsdauer von zwei Wochen kurzen aber umso lebhafteren Einschubes in das Programm des Kunsthauses Dresden. Anlass für das Experiment ist das diesjährige 250-jährige Jubiläum der HfBK, zu dem das Kunsthaus die Gelegenheit wahrnimmt, einen Einblick in die umfangreiche Arbeit der Hochschule und die aktuelle Entwicklung ihrer Absolvent/innen zu geben. Gezeigt werden Arbeiten von jungen Künstler/innen aus dem Meisterklassen von Hans Peter Adamski, Peter Bömmels, Monika Brandmeier, Eberhard Bosslet, Lutz Dammbeck, Ulrike Grossarth, Martin Honert, Ralf Kerbach, Christian Macketanz, Wilhelm Mundt, Wolfram Adalbert Scheffler, Christian Sery sowie einer freien Klasse. Eine gemeinsam entworfene Ausstellungsarchitektur verbindet die Werke aus den einzelnen Meisterschülerklassen. Entsprechend der medialen Vielfalt der Lehre an der Hochschule, reicht das Spektrum der Arbeiten von meditativen Zeichnungen bis zu ganzen gestalteten Räumen, von einer Website als dokumentarischem Langzeitprojekt bis hin zu Videokunst, von Skulptur und materialbezogenen Installationen bis hin zu großformatiger Malerei. Im Dialog und in Auseinandersetzung mit den Lehrenden, aber auch im Austausch untereinander, bilden die jungen Künstler/innen zum Abschluss des Studiums starke, eigenständige künstlerische Positionen heraus – „new masters, so far“, das ist die These der Ausstellung. Das Ziel, das die Künstler/innen mit dem Verlassen der Hochschule erreichen, lässt sich an der ausgeprägten Unterschiedlichkeit und Eigenständigkeit der Werke ablesen. Um eine Ausstellung mit 41 Künstler/innen im Kunsthaus räumlich umsetzen zu können, haben sich Künstler/innen der jeweiligen Meisterklassen auf den Vorschlag des Kunsthauses hin zusammengetan und eine Ausstellungsarchitektur entworfen, die die künstlerischen Beiträge der jeweiligen Klasse in einer Struktur räumlich verbindet und zusätzliche Wandflächen schafft. Die Ausstellungsarchitekturen wurden für die unterschiedlichen Medien und Formate und die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten des Hauses maßgeschneidert entworfen. Es entsteht damit eine vielseitige Ausstellungsdramaturgie, die den individuellen künstlerischen Werken einen Raum gibt, und dennoch eine oftmals eher indirekte Verbindung über die Meisterklassen sichtbar werden lässt. So gestaltet die Meisterklasse von Wolfram Adalbert Scheffler eine begehbares Ausstellungsgebäude, das von außen wie innen mit künstlerischen Arbeiten bespielt wird, und in dem die reduzierten tagebuchartigen Zeichnungen von Daniel Hoffmann auf die aquarellierten Landschaften und Figuren von Anett Bauer und die expressiven aus zahlreichen Quellen der Popkultur gespeisten Malereien von Marc Jung treffen. Als stark reduzierte Bühne lässt sich der als Ausstellungsarchitektur vorgeschlagene sieben Meter lange Sockel der Meisterklasse von Monika Brandmeier verstehen, auf dem sich die materialbezogenen bildhauerischen Arbeiten von Magnus Sönnig, Maria Schwerdtner, Stefanie Meier und Konstantin Kunath in einem wirksamen Kontrast zu ihrer formalen Unterschiedlichkeit programmatisch wie entlang einer unsichtbaren Perlenschnur aufreihen. Maja Gratzfelds durchscheinende Arbeiten auf hintereinander hängenden Folien, die auf fotochemischen Prozessen basieren, gehen mit den stark farbigen durch die Fotografie geprägten Portraits von Michael Klipphahn, den malerischen Arbeiten von Nicolás Dupont und Tobias Ott sowie der Videoarbeit von Anita Müller aus der Meisterklasse von Ralf Kerbach eine reduzierte räumliche Beziehung ein, die dem Fokus auf individuellen Entwicklungen ähnlich der anderen Meisterklassen entspricht. Während die Frage nach einer zeitgenössischen medialen Adapation von Malerei im Zentrum der einzelnen Arbeiten in der Meisterklasse von Peter Bömmels steht, präsentieren die Werke in der Meisterklasse um Eberhard Bosslet mit Alex Lebus, Heidi Morgenstern, Robert Brandes, Frank Zitzmann und Marcel Walldorf Materialien aus dem Alltag, deren transformatorisches Potential wie auch den Betrachter als Dreh- und Angelpunkt ihrer künstlerischen Arbeiten und Performances: Frank Zitzmann füllt einen Teil des Raumes mit Warndreiecken. Marcel Walldorf dokumentiert das Braten eines Spiegeleies, 40 Minuten ist die zeitliche Dauer der Videoarbeit: genau so lange dauert es, bis sich das Spiegelei in der Pfanne vollständig in Kohle verwandelt. Heidi Morgensterns gelangweilte junge Performerin hingegen gibt den Besucher/innen gleich eingangs die Frage nach dem Verhältnis von Ausstellung und Betrachtung mit auf den Weg: „Und wie gefällt Ihnen die Ausstellung?“ Das Meisterstudium, das oftmals an das Diplomstudium angeschlossen wird, bildet eine Art Zwischenstadium zwischen Hochschule und freiem Kunstbetrieb. Die „Meister“, d.h. die Professor/innen, die als Mentor/innen den jungen Künstler/innen beratend zur Seite stehen, sind frei gewählt, Ateliers und Werkstätten dürfen noch genutzt werden – eine wichtige Schutzzone, die den Übergang zu den nicht zu unterschätzenden unausweichlichen Herausforderungen des freien Künstler/innendaseins bezüglich der Ateliersuche und des Zugangs zu technischer Unterstützung abfedert.
Eine Kooperation mit der HfBK Dresden
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